Blackout Vorsorge

Blackout Checkliste: Haushalt auf Stromausfall vorbereiten

Ein Stromausfall betrifft nicht nur Licht und Steckdosen. Je nach Wohnsituation fallen auch Heizung, Warmwasser, Router, Aufzug und Kartenzahlung aus. Diese Checkliste zeigt dir, was du vorher organisierst, währenddessen priorisierst und danach verbesserst.

Das BBK empfiehlt, sich möglichst 10 Tage selbst versorgen zu können. Ein Vorrat für mindestens 3 Tage ist der sinnvolle erste Schritt.

Vorher

  • Trinkwasser für mindestens 3 Tage einlagern
  • Haltbare Lebensmittel bevorraten
  • Alternative Kochmöglichkeit mit Brennstoff bereithalten
  • Taschenlampen, Batterien, Powerbanks und Radio einsatzbereit
  • Notfallkontakte und Dokumente auf Papier sichern
  • Bargeld in kleinen Scheinen griffbereit haben
  • Dauermedikamente und individuelle Bedarfe prüfen

Währenddessen

  • Lage prüfen: nur Wohnung oder ganzes Viertel?
  • Kühlschrank und Gefrierschrank geschlossen lassen
  • Radio nutzen, offizielle Informationen verfolgen
  • Handyakku sparen, Kommunikation priorisieren
  • Wasser, Brennstoff und Licht bewusst einteilen
  • Auf vulnerable Personen im Haushalt achten

Danach

  • Lebensmittel auf Verderb prüfen
  • Verbrauchte Vorräte und Batterien auffüllen
  • Powerbanks und Akkus erneut laden
  • Lücken im Plan notieren und gezielt nachbessern

Was fällt bei einem Blackout typischerweise aus?

Viele Haushalte unterschätzen die indirekten Folgen. Diese Übersicht hilft beim Priorisieren.

Licht

Lampen, Treppenhauslicht, Außenbeleuchtung

Taschenlampe, Stirnlampe, Ersatzbatterien

Kommunikation

Router, WLAN, DECT-Telefon, später oft Mobilfunk

Batterieradio, Powerbank, Papierliste mit Kontakten

Wasser

Leitungswasser kann ausfallen oder eingeschränkt sein

Trinkwasservorrat, Wasserkanister

Heizung

Gas-, Öl- und Wärmepumpenheizungen brauchen Strom

Decken, Schlafsäcke, Wärmeplan

Kochen

Elektroherd, Mikrowelle, Wasserkocher funktionieren nicht

Alternative Kochmöglichkeit, Brennstoff

Bezahlen

Kartenzahlung, Geldautomaten können ausfallen

Bargeld

Phase 1: Vorher richtig vorbereiten

1. Trinkwasser bevorraten

Das BBK nennt 2 Liter Wasser pro Person und Tag, davon 0,5 Liter zum Kochen.

1 Person, 3 Tage6 Liter
2 Personen, 3 Tage12 Liter
4 Personen, 3 Tage24 Liter
1 Person, 10 Tage20 Liter

Für Hygiene, Kleinkinder, Haustiere und besondere Bedarfe zusätzliche Reserven einplanen.

2. Lebensmittel für mehrere Tage aufbauen

Das BBK empfiehlt haltbare Lebensmittel, die ohne Kühlung lagerbar, sofort essbar oder mit wenig Energie zubereitbar sind.

Konserven mit Hülsenfrüchten, Gemüse, Fisch
Haferflocken, Reis, Nudeln, Couscous
Knäckebrot, Zwieback, Cracker
Nüsse, Trockenfrüchte, Energieriegel
UHT-Milch, haltbare Brotaufstriche
Babynahrung und Tierfutter, wenn nötig

3. Licht, Energie und Information sicherstellen

  • LED-Taschenlampe als Hauptlichtquelle
  • Stirnlampe für freies Arbeiten
  • Geladene Powerbanks
  • Solar- oder batteriebetriebenes Radio (alternativ Kurbelradio)
  • Ersatzbatterien in Größen AA und AAA

4. Medikamente, Hilfsmittel und individuelle Bedarfe

Hier passieren die größten Vorsorgelücken. Das BBK nennt für regelmäßig benötigte Medikamente einen Vorrat von mindestens 10 Tagen als sinnvoll.

  • Dauermedikamente für mehrere Tage verfügbar?
  • Medikamentenplan ausgedruckt?
  • Kühlpflichtige Medikamente mit Arzt besprochen?
  • Ersatzbatterien für Hörgeräte oder Hilfsmittel vorhanden?

Phase 2: Während des Stromausfalls richtig handeln

Erste 30 Minuten
  • Sicherung und FI-Schalter prüfen
  • Lage prüfen: nur Wohnung, Haus oder ganzes Viertel?
  • Kühlgeräte geschlossen lassen
  • Taschenlampe herauslegen, Radio einschalten
  • Handy in Energiesparmodus setzen
  • Im Haushalt abstimmen: wer macht was?
Nach 1 bis 6 Stunden
  • Wasser und Brennstoff noch nicht verschwenden
  • Kühlschrankinhalte zuerst verbrauchen, wenn länger kein Strom
  • Lichtquellen zentral halten statt überall verteilt
  • Kinder, ältere Menschen und pflegebedürftige Personen aktiv einbinden
  • Mit Nachbarn abstimmen, falls Hilfe nötig ist
Nach 24 Stunden
  • Vorrat planvoll anbrechen statt spontan
  • Radio regelmäßig, aber nicht dauerhaft nutzen
  • Brennstoffverbrauch bewusst planen
  • Hygiene, Toilettennutzung und Müll im Blick behalten
  • Nachbarschaftshilfe aktivieren wenn nötig
Nach 48 bis 72 Stunden
  • Wärme und Schlaforganisation wichtiger nehmen
  • Soziale Unterstützung aktivieren
  • Offizielle Hinweise über Radio verfolgen
  • Bei medizinischen Problemen nicht zu lange warten
  • Kommunale Sammelstellen als Option prüfen

Blackout nach Dauer: Was sich mit der Zeit ändert

Minuten bis Stunden

Ruhe, Taschenlampe und geschlossene Kühlschranktür reichen. Vorrat meist noch nicht nötig.

Mehrere Stunden

Kommunikation, Essen, Licht und eventuell Heizung werden relevant. Grundvorrat und Radio lohnen sich.

Mehrtägiger Ausfall

Versorgung, Hygiene, Wärme und Unterstützung für vulnerable Personen. BBK-Rahmen von 3–10 Tagen.

Blackout Checkliste Schritt für Schritt umsetzen

Wenn du heute anfangen willst, nutze diese Reihenfolge.

Woche 1

  • Wasser für 3 Tage kaufen
  • Taschenlampe und Batterien prüfen
  • Bargeldreserve aufbauen

Woche 2

  • Haltbare Mahlzeiten für 3 Tage ergänzen
  • Radio besorgen oder testen
  • Papierliste mit Kontakten anlegen

Woche 3

  • Kochoption und Brennstoff festlegen
  • Hausapotheke und Dauermedikamente prüfen
  • Familien- oder Nachbarschaftsplan absprechen

Woche 4+

  • Richtung 5 bis 10 Tage erweitern
  • Spezialbedarfe ergänzen
  • Rotation in den normalen Haushalt integrieren

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Häufige Fragen zur Blackout Checkliste

Was ist die wichtigste Blackout Vorsorge für zuhause?

Die Basis sind Trinkwasser, haltbare Lebensmittel, Licht, Radio, Bargeld und ein Plan für Medikamente und Wärme. Ohne diese Grundlagen hilft die beste Detailplanung wenig.

Wie viel Wasser sollte ich für einen Stromausfall lagern?

Das BBK nennt idealerweise 2 Liter pro Person und Tag. Das ist der Mindestrahmen für Trinken und einfaches Kochen. Für Hygiene und besondere Bedarfe brauchst du zusätzliche Reserven.

Wie lange hält ein Kühlschrank oder Gefrierschrank ohne Strom?

Ein Kühlschrank bleibt nur wenige Stunden ausreichend kalt. Ein gut gefüllter Gefrierschrank kann deutlich länger kalt bleiben, wenn er geschlossen bleibt. Entscheidend ist: nicht unnötig öffnen.

Funktioniert meine Gasheizung bei Stromausfall?

Oft nicht. Viele Gasheizungen benötigen Strom für Steuerung und Pumpen. Verlasse dich deshalb nicht darauf, dass Heizung und Warmwasser bei einem Blackout weiterlaufen.

Brauche ich einen Generator?

Für die meisten Wohnungen und Einfamilienhäuser nicht. Generatoren erzeugen neue Risiken durch Abgase, Lärm und falsche Bedienung. Für die Grundvorsorge sind Wasser, Vorrat, Licht, Radio und Powerbanks meist wichtiger.

Wie informiere ich mich ohne Internet?

Über ein batteriebetriebenes oder solarbetriebenes Radio. Das ist robuster als Router, Smartphone und Streaming.

Wie bereite ich Kinder oder pflegebedürftige Angehörige vor?

Mit klaren Rollen, festen Absprachen und individuell angepassten Vorräten. Standard-Checklisten reichen hier nicht aus.

Wie lange kann ein Blackout in Deutschland dauern?

Die meisten Stromausfälle dauern wenige Stunden. Regionale Ausfälle durch Extremwetter können aber auch ein bis drei Tage andauern. Das BBK empfiehlt, für mindestens 72 Stunden eigenständig versorgt sein zu können.

Was brauche ich, um einen Stromausfall vorzubereiten?

Die wichtigsten Dinge sind Trinkwasser (mindestens 2 Liter pro Person und Tag), ein batteriebetriebenes Radio, Taschenlampen mit Ersatzbatterien, haltbare Lebensmittel, eine Powerbank fürs Handy und eine kleine Hausapotheke.

Stand, Quellen und Methodik

Stand: März 2026

Diese Blackout Checkliste bündelt aktuelle öffentliche Vorsorgeempfehlungen für Stromausfälle für private Haushalte in Deutschland. Sie folgt dem BBK-Rahmen von 3 Tagen als Einstieg und 10 Tagen als Zielgröße.

Methodik

  • Grundlage sind die BBK-Empfehlungen zur Notfallvorsorge und zum Verhalten bei Stromausfall.
  • Aussagen zu Infrastrukturauswirkungen sind bewusst vorsichtig formuliert, da Dauer und regionale Folgen stark variieren.
  • Zeit- und Mengenangaben dienen als Planungsrahmen und sollten bei individuellen Bedarfen angepasst werden.

Fokus: praktische Vorsorge ohne Angstsprache.