Blackout Vorsorge

Stromausfall vorbereiten: Was du vorher einrichtest und was dann zu tun ist

Wenn du einen Stromausfall vorbereiten willst, brauchst du zwei Dinge: einen sauberen Grundaufbau vor dem Ereignis und einen klaren Ablauf für den Ernstfall. Genau darum geht es auf dieser Seite.

BBK-Empfehlung: Haushalte sollten sich möglichst 10 Tage selbst versorgen können. Ein Vorrat für mindestens 3 Tage ist der realistische erste Schritt.

Die 6 Bausteine der Vorbereitung

Wenn diese Punkte stehen, kannst du im Ereignisfall deutlich ruhiger handeln.

1. Trinkwasser

Mindestens 3 Tage, Ziel 10 Tage

2. Lebensmittel

Haltbar, ohne Kühlung, kurze Kochzeit

3. Licht und Strom

LED-Lampe, Batterien, Powerbanks, Radio

4. Kochmöglichkeit

Alternative plus passender Brennstoff

5. Bargeld und Dokumente

Kleine Scheine, Ausweise, Medikamentenplan

6. Absprachen

Familie, Nachbarn, besondere Bedarfe

Vor dem Stromausfall: Was du jetzt einrichten solltest

Wasser als erste Priorität

Das BBK rechnet mit 2 Litern pro Person und Tag, davon 0,5 Liter für das Kochen.

1 Person, 3 Tage6 L
2 Personen, 3 Tage12 L
4 Personen, 3 Tage24 L

Kinder, Haustiere und pflegebedürftige Personen erhöhen den Bedarf.

Lebensmittel mit kurzer Kochzeit wählen

Gute Blackout-Lebensmittel sind ohne Kühlung lagerbar, direkt essbar oder schnell zubereitbar. Kurze Kochzeit spart Brennstoff — ein zentraler Punkt, den viele Listen zu allgemein behandeln.

Konserven
Haferflocken
Reis, Nudeln, Couscous
Knäckebrot, Cracker
Nüsse, Trockenfrüchte
UHT-Milch, haltbare Getränke

Licht, Radio und Strom für Kleingeräte

Das Radio ist nicht optional. Bei störanfälligem Mobilfunk bleibt es die verlässlichste Informationsquelle.

  • LED-Taschenlampe
  • Stirnlampe
  • Ersatzbatterien (AA, AAA)
  • Geladene Powerbanks
  • Batterie- oder Solarradio

Kommunikation und Papier-Backup

  • Wichtige Telefonnummern auf Papier
  • Medikamentenplan ausgedruckt
  • Treffpunkt für Familienmitglieder
  • Adressen von Bezugspersonen

Medikamente und besondere Bedarfe

Das BBK empfiehlt einen Vorrat von mindestens 10 Tagen für regelmäßig benötigte Medikamente.

  • Kühlpflichtige Medikamente mit Arzt besprechen
  • Elektrische Hilfsmittel und Alternativen
  • Babynahrung und Windeln einplanen
  • Aufzugsausfall mitdenken

Im Ernstfall: Zeitlinie für einen Stromausfall

Erste 30 Minuten

Lage prüfen, Kühlreserve schützen, Information sichern.

  • Sicherung und FI-Schalter prüfen
  • Umgebung beobachten: nur Wohnung, Haus oder ganzes Viertel?
  • Kühlschrank und Gefrierschrank geschlossen lassen
  • Taschenlampe bereitlegen
  • Radio einschalten
  • Handy in Energiesparmodus setzen
Nach 1 bis 6 Stunden

Von Warten auf Bewirtschaften umstellen.

  • Akkus nur für nötige Kommunikation nutzen
  • Wasser und Brennstoff noch nicht verschwenden
  • Kinder und ältere Menschen aktiv einbinden
  • Kühlschrankinhalte im Blick behalten
  • Mit Nachbarn abstimmen falls Hilfe nötig
Nach 24 Stunden

Vorbereitung wird sichtbar.

  • Vorrat planvoll anbrechen statt spontan
  • Einfache Mahlzeiten mit wenig Brennstoff kochen
  • Radio regelmäßig für Updates nutzen
  • Hygiene, Toilettennutzung und Müll im Blick behalten
  • Kühlpflichtige Medikamente aktiv überwachen
Tag 2 bis 3

Belastend für viele Haushalte, besonders im Winter.

  • Wärme und Schlaforganisation wichtiger nehmen
  • Soziale Unterstützung aktivieren
  • Offizielle Hinweise über Radio verfolgen
  • Bei medizinischen Problemen nicht zu lange warten

Was du beim Stromausfall nicht tun solltest

Diese Fehler verschlechtern die Lage am häufigsten.

  • Kühlschrank und Gefriertruhe immer wieder öffnen
  • Handy für Unterhaltung statt Information nutzen
  • Vorrat ohne Plan verbrauchen
  • Kartenzahlung oder Geldautomat als selbstverständlich ansehen
  • Sich auf Heizung oder Leitungswasser verlassen ohne Plan B
  • Gerüchten aus Chats mehr vertrauen als offiziellen Quellen

Haushalte mit besonderen Anforderungen

Familien mit Kindern

  • Feste Abläufe und ruhige Erklärungen
  • Analoge Beschäftigung bereithalten
  • Babynahrung, Windeln extra planen

Alleinlebende

  • Person benennen, die im Ernstfall nachfragt
  • Nachbarschaftskontakt aufbauen
  • Notfallkontakte auf Papier

Ältere und kranke Menschen

  • Medikamente und Hilfsmittel auf Papier
  • Aufzugsausfall mitdenken
  • Früh klären, wer konkret hilft

Nächste Schritte

Häufige Fragen zum Stromausfall vorbereiten

Was brauche ich mindestens für einen Stromausfall?

Wasser, haltbare Lebensmittel, Licht, Radio, Powerbank, Bargeld und eine kleine Papiermappe mit Kontakten und wichtigen Daten.

Wie lange sollte ich mich vorbereiten können?

Das BBK nennt möglichst 10 Tage als Ziel. Ein Vorrat für mindestens 3 Tage ist ein sinnvoller und gut umsetzbarer Anfang.

Wie lange dauern Stromausfälle in Deutschland normalerweise?

Die Stromversorgung in Deutschland gilt als sehr zuverlässig. Die durchschnittliche Unterbrechungsdauer liegt laut Bundesnetzagentur deutlich unter einer Stunde pro Jahr. Für einzelne Haushalte oder Regionen können Ausfälle durch Unwetter trotzdem viele Stunden oder länger dauern.

Funktioniert mein Handy bei Stromausfall noch?

Solange der Akku geladen ist und Mobilfunk verfügbar bleibt, ja. Verlasse dich aber nicht darauf, dass Mobilfunk und Internet bei einem längeren oder flächigen Ausfall stabil bleiben.

Sollte ich einen Generator kaufen?

Für die meisten Haushalte ist das nicht der erste sinnvolle Schritt. Grundvorsorge mit Wasser, Lebensmitteln, Licht, Radio und Medikamenten bringt mehr und ist sicherer.

Was ist mit kühlpflichtigen Medikamenten?

Dafür brauchst du einen individuellen Plan mit Arztpraxis oder Apotheke. Eine allgemeine Standardempfehlung reicht hier nicht.

Was sollte ich beim Stromausfall auf keinen Fall tun?

Kühlschrank und Gefriertruhe immer wieder öffnen, Handy für Unterhaltung statt Information nutzen, Vorrat ohne Plan verbrauchen und sich auf Kartenzahlung verlassen.

Stand, Quellen und Methodik

Stand: März 2026

Diese Seite kombiniert BBK-Vorsorgeempfehlungen mit einer konkreten Zeitlinie für den Ernstfall. Fokus auf private Haushalte in Deutschland.

Methodik

  • Grundlage sind die BBK-Empfehlungen zur Notfallvorsorge und zum Verhalten bei Stromausfall.
  • Infrastrukturangaben sind bewusst vorsichtig formuliert, weil regionale Unterschiede groß sind.
  • Durchschnittliche Ausfallzeiten nach Bundesnetzagentur Monitoringbericht Energie 2024.

Fokus: praktische Handlungsfähigkeit im Ernstfall.