Notvorrat Familie
Notvorrat für die Familie: Mengen planen, Kinder berücksichtigen, Routinen aufbauen
Ein Familienhaushalt hat andere Anforderungen als ein Single-Haushalt. Diese Seite zeigt, wie du Mengen nach Personenanzahl und Alter berechnest, Kinder, Senioren und Haustiere richtig einplanst und einen Vorrat aufbaust, der im Familienalltag funktioniert.

Notvorrat pro Person — Mengen für 10 Tage
Multipliziere die Mengen in der Tabelle mit der Anzahl der Personen in deinem Haushalt. Die Werte stammen aus dem BBK-Ratgeber und gelten für einen durchschnittlichen Erwachsenen. Für Kinder unter 10 Jahren werden etwa 60–75 % der Erwachsenenmenge angesetzt.
| Kategorie | Erwachsene | Kinder < 10 J. | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Trinkwasser | 20 L | 15 L | Höchste Priorität |
| Getreide & Brot | 3,9 kg | 2,5 kg | Nudeln, Reis, Haferflocken, Knäckebrot |
| Gemüse & Hülsenfrüchte | 4,5 kg | 3,0 kg | Konserven bevorzugen |
| Obst & Saft | 2,5 kg | 2,0 kg | Obstkonserven, Trockenfrüchte |
| Milch & Milchprodukte | 5,6 kg | 4,0 kg | H-Milch, Kondensmilch |
| Fisch, Fleisch & Eier | 1,8 kg | 1,2 kg | Konserven |
| Fette & Öle | 0,35 kg | 0,2 kg | Speiseöl |
Quelle: BBK – Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen". Kinderwerte sind Orientierungswerte und variieren je nach Alter und Gewicht.
Familien mit Kindern: Besondere Anforderungen
Kinder haben nicht nur andere Mengenanforderungen, sondern auch spezifische Produkte, die nicht durch Erwachsenenalternativen ersetzt werden können. Besonders in den ersten Lebensjahren ist eine genaue Planung wichtig.
Säuglinge (0–12 Monate)
- Säuglingsnahrung (Pulver oder Fertigmilch) für mindestens 2 Wochen
- Abgekochtes oder stilles Wasser für die Zubereitung
- Babybreigläschen und Kinderbrei (haltbar)
- Windeln und Feuchttücher (großzügige Reserve)
- Fieberthermometer und Kinderspezifische Schmerzmittel (nach ärztlicher Empfehlung)
Kleinkinder (1–5 Jahre)
- Vertraute Lieblingsprodukte (reduziert Stress in Ausnahmesituationen)
- Kindermedikamente: Fiebermittel, Schmerzmittel in Kinderdosierung
- Geeignetes Spielzeug oder Bücher (Ablenkung und Normalität)
- Trinkbecher und kindgerechtes Besteck ohne Strom nutzbar
Schulkinder (6–12 Jahre)
- Können in die Planung einbezogen werden — stärkt Eigenverantwortung
- Allergien, Unverträglichkeiten und Essgewohnheiten berücksichtigen
- Snacks und vertraute Produkte einplanen
- Evakuierungsplan und Treffpunkt besprechen und einüben
Tipp für Familien: Plane auch vertraute Lieblingsprodukte mit ein. In Ausnahmesituationen reduziert gewohnte Nahrung den Stress erheblich — besonders bei Kindern unter 6 Jahren.
Senioren und Personen mit Vorerkrankungen
Wenn ältere Familienmitglieder oder Personen mit chronischen Erkrankungen im Haushalt leben, haben Medikamente und medizinische Hilfsmittel höchste Priorität — noch vor der Lebensmittelplanung.
Medikamente
- Mindestens 2-Wochen-Vorrat aller Dauermedikamente
- Mit der Hausarztpraxis über ein Reserve-Rezept sprechen
- Kühlung bei Insulin: Notfallkühlung ohne Strom planen
Medizinische Hilfsmittel
- Ersatzbatterien für Hörgeräte
- Ersatzbrille oder Kontaktlinsenreserve
- Gehhilfen, Rollstuhl — Ladekabel und Ersatzakkus
Dokumentation
- Aktuelle Medikamentenliste mit Dosierung
- Diagnosen und Arztbriefe griffbereit
- Blutgruppe und Allergien notiert
Kommunikation
- Wichtige Ärzte und Apotheke auf Papier
- Notrufnummern sichtbar anbringen
- Familienmitglied als Kontakt benennen
Haustiere im Notvorrat berücksichtigen
Haustiere sind Familienmitglieder — und werden im Krisenfall oft vergessen, bis es zu spät ist. Ein kleiner Tiervorrat ist schnell angelegt und macht im Ernstfall einen großen Unterschied.
Hunde
- 50–100 ml Wasser pro kg Körpergewicht täglich
- Trockenfutter (lange Haltbarkeit)
- Fellpflege und Zeckenmittel
- Leine, Geschirr, Napf
- Tierausweis und Impfpass
Katzen
- 30–50 ml Wasser pro kg täglich (Katzen trinken oft wenig)
- Trockenfutter als Hauptreserve
- Katzenstreu (ausreichend vorhalten)
- Transportbox griffbereit halten
- Tierausweis und Microchip-Nummer notiert
Kleintiere & Vögel
- Futter für mindestens 2 Wochen
- Einstreu und Zubehör
- Transport-/Notfallbehälter
- Spezifische Medikamente (Reptilien, Vögel)
- Tierarzt-Kontakt auf Papier
Routinen für den Familienalltag
Ein Vorrat, der nicht gepflegt wird, wird unbrauchbar. Familien haben den Vorteil, dass sie Aufgaben aufteilen können — und so entsteht aus Vorsorge schnell eine Alltagsgewohnheit.
Beim Wocheneinkauf
Was verbraucht wurde, wird ersetzt. Neue Produkte nach hinten, ältere nach vorne (FIFO). Kinder können dabei helfen und lernen so den Umgang mit dem Vorrat.
Quartalschecks (alle 2–3 Monate)
Ablaufdaten prüfen, Wasserflaschen kontrollieren, Medikamente und Tiermedikamente erneuern wenn nötig. Eingeplanter Termin, z. B. zu Beginn jeder Jahreszeit.
Rollen im Haushalt klären
Wer prüft die Lebensmittel, wer die Medikamente, wer den Tiervorrat? Klare Zuständigkeiten verhindern, dass wichtige Dinge übersehen werden.
Kinder einbeziehen
Ab dem Schulalter können Kinder aktiv mitmachen — vom Auffüllen der Wasserflaschen bis zum Notfalltreffpunkt kennen. Das schafft Sicherheit und Eigenständigkeit.
Familienbedarf berechnen
Gib Haushaltsgröße und gewünschten Zeitraum ein — der Rechner berechnet personalisierte Mengen für Wasser, Lebensmittel und Hygiene.
Weiterführende Seiten
Häufige Fragen zum Familiennotvorrat
Wie berechne ich den Notvorrat für meine Familie?
Multipliziere die BBK-Mengen pro Person (z. B. 2 L Wasser/Tag) mit der Anzahl der Personen und dem gewünschten Zeitraum. Der Rechner auf bereitplan.de macht das für deinen Haushalt automatisch. Kinder unter 10 Jahren brauchen etwa 60–70 % der Erwachsenenmenge.
Was ist bei Babys und Kleinkindern wichtig?
Säuglingsnahrung, Babybreigläschen und Windeln unbedingt separat einplanen und regelmäßig rotieren — Säuglingsnahrung hat begrenzte Haltbarkeit. Für gestillte Babys gelten die Mengen der stillenden Person. Kindermedikamente (Fiebermittel in Kinderdosierung) nicht vergessen.
Wie viel Wasser braucht eine Familie mit Kindern?
Plane 2 L pro Erwachsenem pro Tag und etwas weniger (1,5 L) für Kinder unter 10 Jahren. Für eine Familie mit 2 Erwachsenen und 2 Kindern ergeben sich für 10 Tage ca. 70 Liter Trinkwasser.
Muss ich auch für Haustiere vorsorgen?
Ja, wenn möglich. Für Hunde 50–100 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht täglich. Trockenfutter hat eine sehr lange Haltbarkeit und ist einfach zu lagern. Wichtig: Tiermedikamente und Veterinärunterlagen nicht vergessen.
Wie verhindere ich, dass bei Kindern Stress entsteht?
Plane auch Lieblingsprodukte mit ein — Lieblingssnacks, vertraute Mahlzeiten. In Ausnahmesituationen reduziert Vertrautheit den Stress erheblich, besonders bei jüngeren Kindern.
Wie halten wir den Vorrat im Familienalltag aktuell?
Lege den Vorrat als festen Bestandteil des Wocheneinkaufs fest: was verbraucht wurde, wird beim nächsten Einkauf ersetzt (FIFO-Prinzip). Alle 2 bis 3 Monate ein kurzer Quartalcheck reicht aus, um Haltbarkeitsdaten zu prüfen.
Wie plane ich, wenn Familienmitglieder Allergien oder spezielle Bedürfnisse haben?
Stelle die Bedarfsliste auf Basis dessen zusammen, was die Familie tatsächlich verträgt und isst. Laktoseintoleranz, Glutenunverträglichkeit oder vegetarische Ernährung lassen sich mit haltbaren Produkten problemlos abbilden.
Sollten wir als Familie einen Evakuierungsplan haben?
Ja. Legt einen Treffpunkt fest, den alle kennen. Notiert Notfallkontakte auf Papier. Bereite einen Notfallrucksack vor, der bei Evakuierung sofort mitgenommen werden kann. Kinder ab Schulalter können aktiv eingebunden werden.
Stand, Quellen und Methodik
Stand: März 2026
Die Familienseite ergänzt die Mengenplanung des Rechners um altersspezifische Besonderheiten (Kinder, Senioren), Tierhaltung und organisatorische Routinen für den Familienalltag.
Methodik
- Kinderspezifische Mengen basieren auf BBK-Orientierungswerten und allgemeinen Ernährungsempfehlungen für Kinder unter 10 Jahren (ca. 60–75 % der Erwachsenenmenge).
- Tiermengen orientieren sich an veterinärmedizinischen Grundwerten. Bei speziellen Erkrankungen oder Diäten ärztliche Beratung einholen.
- Organisationshinweise sind auf typische Familienroutinen ausgelegt und sollen ohne Zusatzaufwand in den Alltag integriert werden können.
Quellen
Fokus: strukturierte, praktische Vorsorge ohne Angstsprache.